Presse - Dr. Birgit Reinemund, FDP -

VBI Aktion: Politiker besuchen Ingenieurbüros

Dr. Birgit Reinemund Frau Dr. Birgit Reinemund, Kreisvorsitzende der FDP und Stadträtin in Mannheim sowie seit 2009 Bundestagsabgeordnete, besuchte zusammen mit dem Stadtrat und Fraktionsvorsitzenden der FDP in Mannheim, Herrn Volker Beisel, am 06. April 2010 das Ingenieurbüro für Tragwerksplanung, Herzog + Partner.

In einem mehr als zweistündigen Gespräch mit den Geschäftsführern, Dipl.-Ing. Helmut Frömbgen,Dipl.-Ing. Frank Jakob und Dipl.-Ing. Andreas Runge, wurden die Probleme der mittelständigen Ingenieurbüros in der Metropolregion Rhein-Neckar ausführlich diskutiert. Insbesondere die Frage nach den Auswirkungen der Wirtschaftskrise wurden dargestellt und erläutert. Dabei wurden die Auswirkungen des Konjunkturpakets II für die Auslastungssituation im Jahr 2009 und 2010 positiv bewertet. 

Ebenso wurden die kurz- und mittelfristigen Konjunkturerwartungen besprochen mit dem Hinweis auf positive Signale aus der Industrie als dem Hauptauftraggeber von Herzog + Partner, die kurz- und mittelfristig stärkere Investitionsanstrengungen der Unternehmen erwarten lassen.

Ausführlich wurden auch die Probleme angesprochen, qualifizierten Ingenieur-Nachwuchs für die Besetzung offener Stellen zu finden.

Aufgrund der Tatsache, dass sich kaum Ingenieure mit ausreichender Berufserfahrung für die Besetzung offener Stellen anbieten, sind die Ingenieurbüros gezwungen, den Nachwuchs durch Studienabgänger zu rekrutieren. Hier wirkt sich die Umstellung des Hochschulstudiums auf die neuen Bachelor- und Master-Studiengänge als besonders erschwerend aus. Insbesondere Ingenieure mit Bachelor-Abschluss sind im mittelständischen Ingenieurbüro kaum einsetzbar, da vor allem Generalisten mit breitgefächertem Wissen und Kenntnissen gefragt sind.

Auch im Bereich des Kontrukteur-Nachwuches, den die Ingenieurgesellschaft Herzog + Partner durch die Ausbildung eigener Bauzeichner zu decken versucht, treten in den letzten Jahren bei den Schulabgängern immer stärkere Defizite in den mathematisch-technischen Grundkenntnissen sowie mangelnde soziale Kompetenzen zutage.


Die Anzahl der Bewerber für Ausbildungsplätze ist ebenso wie die Zahl der Studienanfänger in den Bauingenieur-Studiengängen in den letzten Jahren im Vergleich zu den 90er Jahren deutlich gesunken. Hier spielt eventuell auch das negativ besetzte Image des Bauingenieurs eine Rolle. Der Ausbildungsberuf des Bauingenieurs bzw. Bauzeichners scheint im Vergleich zu anderen Ausbildungsberufen wenig attraktiv.

Frau Dr. Reinemund äußerte die Meinung, dass in diesem Fall weniger die Politik, als die Berufsverbände gefragt sind, um hier Abhilfe zu schaffen.

Weiterhin diskutiert wurde die allgemeine wirtschaftliche Situation in der Metropolregion Rhein-Neckar im Vergleich zum Wirtschaftsraum Stuttgart bzw. Rhein-Main, wo das zur Ausführung anstehende Bauvolumen deutlich größer ist. Dabei wurden auch Tendenzen angesprochen, bei der Vergabe von Planungsleistungen im Baubereich dort örtliche Ingenieurbüros zu bevorzugen.

In diesem Zusammenhang wurden auch die Erfahrungen mit der Vergabe von Ingenieurleistungen im Zuge von VOF-Verfahren und die Vergabepraxis der Öffentlichen Hand bei der Vergabe von Ingenieurleistungen kontrovers diskutiert.

In ihrer Eigenschaft als Stadträte in Mannheim, versprachen Frau Dr. Reinemund und Herr Beisel sich für die Belange der in Mannheim ansässigen Ingenieurbüros bei der möglichen Vergabe von Aufträgen einzusetzen, soweit dies mit den Vergabe-Richtlinien vereinbar ist.

Beide Politiker versprachen, auch in Zukunft, bei Problemen jederzeit ansprechbar zu sein.

Der Verlauf des Gesprächs zeigte, dass diese Aktion, bei denen die Ingenieurbüros ihre Probleme mit den Verantwortlichen in der Politik direkt diskutieren können, durchaus Sinn macht und auch in Zukunft weiter fortgesetzt werden sollte.

(Hier geht es zum Begleitartikel auf Herzog + Partner.)

« zurückDruckversion Seite empfehlenSchrift: